Wie Geringverdiener künftig stärker von der betrieblichen Altersversorgung profitieren sollen, verraten wir unter anderem in unseren aktuellen Finanz- und Steuertipps

STEUERN
Fiskus sponsert neuen Laptop

Neuerdings erkennt das Finanzamt die Kosten für einen neuen Laptop auch dann an, wenn das Gerät privat genutzt wird, schreibt der Verein Vereinigte Lohnsteuerhilfe. Früher musste der Rechner mindestens zu 90 Prozent dem Job dienen, heute können es auch nur zwei Drittel sein. Allerdings erkennt der Fiskus nur den beruflichen Nutzungsanteil als Werbungskosten an. Lässt sich der Umfang nicht nachweisen, wird dieser geschätzt. Dabei spielt es eine Rolle, welchen Beruf der Steuerzahler ausübt und wie naheliegend eine dienstliche Nutzung ist. Büroangestellte etwa könnten demnach mindestens 50 Prozent des Kaufpreises ansetzen. Außendienstmitarbeiter haben gute Chancen, ohne Nachweis 100 Prozent geltend zu machen.


ZAHLUNGSMITTEL
Jung und flüssig

Jugendliche und junge Erwachsene zahlen bei Aufenthalten im Ausland am liebsten bar. Einer TNS-Emnid-Umfrage (Mai 2017) im Auftrag der Postbank zufolge bestücken 95 Prozent der 14- bis 29-Jährigen ihre Reisekasse mit Münzen und Scheinen, weil sie diese als das sicherste Zahlungsmittel im Ausland empfinden (63 Prozent) und obendrein als das günstigste (55 Prozent). Eine irrige Annahme, wie Silke Haack von der Postbank bestätigt: „Wer ausschließlich Bargeld mit auf Reisen nimmt, geht ein unnötiges Sicherheits­risiko ein.“ Neben einem überschaubaren Bargeldbestand von maximal 150 Euro gehör­ten immer auch Bankkarten ins Reisegepäck. Diese ließen sich bei Diebstahl immerhin sperren, während Bargeld unwiederbringlich verloren sei.


GESUNDHEIT
Gute Zähne gehen ins Geld

Sind die eigenen Zähne nicht mehr intakt, steht früher oder später Ersatz an – und das kann teuer werden. Zahnkronen oder -brücken kosten Hunderte, nicht selten sogar Tausende Euro. Laut der Studie „Zahnersatzkosten 2017“, die die Internetplattform Kosten-beim-zahnarzt.de Ende April veröffentlichte, zahlen 41 Prozent aller Patienten zwischen 50 und 1000 Euro für Zahnersatz. 19 Prozent geben sogar mehr als 5000 Euro aus. Die Krankenkassen übernehmen meist nur einen Bruchteil der Kosten – deshalb wird oftmals der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung empfohlen, die je nach Leistungsspektrum bis zu 100 Prozent der Kosten trägt. Der Beitrag variiert je nach Alter des Patienten und dem Gesundheitszustand der Zähne.


BETRIEBSRENTE
Mehr Anreize für Unternehmen

Geringverdiener sollen künftig stärker von der betrieblichen Altersversorgung (bAV) profitieren. Ab 2018 können Unternehmen Mitarbeitern auf der Grundlage von Tarifverträgen Betriebsrenten anbieten, ohne Mindesthöhe und Auszahlung garantieren zu müssen. Zusätzlich erhalten Arbeitgeber Zuschüsse, wenn sie für Mitarbeiter bis zu einem monatlichen Einkommen von 2200 Euro einen Betrag von 240 bis 480 Euro in eine Betriebsrente einzahlen. bAV-Leistungen werden zudem künftig nicht mehr mit der Grundsicherung im Alter verrechnet.

IMMOBILIENFINANZIERUNG
Deutsche Bauherren lieben Langläufer

Die Bundesbürger binden sich bei der Baufinanzierung immer länger an ihren Kreditgeber. Das zeigen Daten der Deutschen Bundesbank: Während 2009 der Anteil von Darlehen mit Lauf­zeiten von mehr als zehn Jahren noch bei etwa 25 Prozent lag, waren es 2016 bereits mehr als 40 Prozent. Die Bauherren wollen möglichst lange von den derzeit günstigen Zinsen profitieren und nehmen dafür Aufschläge gegenüber kurz laufenden Krediten in Kauf. Die Konditionen zwischen den unterschiedlichen Anbietern variieren. tecis prüft die Kon­ditionen von 240 Kredit­gebern und ermittelt das günstigste Angebot für den je­weiligen Zweck.


ALTERNATIVE ANLAGEN
Garagengold legt weiter zu

Die Preise für historische Fahrzeuge sind 2016 wieder gestiegen – laut Deutschem Oldtimer Index (im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie) durchschnittlich um 4,4 Prozent. Am höchsten fiel die Wertsteigerung beim Mercedes 190 („Ponton“, Foto) aus. Er legte um 48 Prozent zu, dicht gefolgt vom Youngtimer Toyota MR2 (40 Prozent) und dem Mercedes 190 SL (34 Prozent). Auch langfristig erwiesen sich sowohl Alltagsautos als auch exotische Sportwagen als besonders lukrativ. Seit dem Start des Index 1999 legten der VW-Bus T2 (plus 600 Prozent), der Citroën 2CV „Ente“ (490 Prozent) und der Mercedes-Benz 300 SL „Flügeltürer“ (426 Prozent) am stärksten zu.