Mein VL-Sparplan ist fällig. Was kann ich mit dem angesparten Vermögen machen?

 

Robin Ganser, 30, ist seit acht Jahren als selbstständiger Finanzberater für tecis in Hamburg tätig und Spezialist für Geldanlage und Immobilienfinanzierung. Daher wird er oft von Kunden gefragt, wie sie ihre vermögenswirksamen Leistungen rentabel anlegen können

In Deutschland haben schätzungsweise mehr als 20 Millionen Arbeitnehmer Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen, kurz VL. Das ist zusätzliches Geld zum Gehalt, das für den Vermögensaufbau bestimmt ist. Der Arbeitgeber zahlt steuer- und sozialversicherungsfrei monatlich einen Betrag bis zu 40 Euro, der in verschiedene Sparprodukte angelegt werden kann. Je nach Vertrag kann der Arbeitnehmer die Summe aufstocken. Anerkannt sind Anlageformen wie Fonds-, Banksparpläne oder Bausparverträge. Vermögenswirksame Leistungen können sogar zur Tilgung eines Baukredits verwendet werden. Für viele Beschäftigte lohnt sich das VL-Sparen besonders, weil sich auch der Staat – bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze – an der Vermögensbildung beteiligt.

Ein weiterer Vorteil des VL-Sparens: Die Laufzeit des Vertrags ist begrenzt. In der Regel wird sechs Jahre lang eingezahlt, dann ruht er weitere zwölf Monate. So können Sie alle sieben Jahre prüfen, ob das einst gewählte Anlageprodukt noch zu Ihren Plänen und Renditezielen passt. Danach stehen Ihnen grundsätzlich zwei Optionen offen: Sie können den Vertrag weiterlaufen oder sich das Geld auszahlen lassen und zu einem anderen Anlageprodukt wechseln.

Letztere Option kommt zum Beispiel infrage, wenn Sie sich in der Zwischenzeit eine Immobilie zugelegt haben, die über ein Darlehen finanziert wird. Dabei können Sie die vermögenswirksamen Leistungen einsetzen, um den Kredit schneller zu tilgen. Bei einem Darlehen von 200.000 Euro mit einem Zinssatz von zwei Prozent und einer Laufzeit von zehn Jahren verringert sich die Restschuld um 5000 Euro, wenn Sie monatlich 40 Euro aufs Kreditkonto einzahlen.

Wer sein angespartes Vermögen einfach nur vermehren möchte, hat mit einem Fondssparplan auf lange Sicht die höchsten Renditechancen. Dabei investieren Sie das Geld zum Beispiel in Aktien oder Immobilien. Bei einem monatlichen Sparbeitrag von 100 Euro und einer durchschnittlichen Verzinsung von sechs Prozent können nach 20 Jahren mehr als 45.000 Euro zusammenkommen. Zudem ist bei einen Sparplan auf Investmentfonds die Zulage vom Staat am höchsten. Die Förderung beträgt 20 Prozent des eingezahlten Betrags, maximal jedoch 80 Euro im Jahr. Bei einem Banksparplan, der zwar feste, aber niedrige Zinsen bietet, gibt es im Vergleich dazu keine Zulagen.

Wenn Sie also weiterhin Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben, können Sie zwischen verschiedenen Optionen wählen. Nur für eine sollten Sie sich nicht entscheiden: auf das Geld zu verzichten. Schließlich wird es Ihnen geschenkt.

 


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