DIE TEUERUNGSRATE IN DEUTSCHLAND IST ZU JAHRESBEGINN auf den höchsten Stand seit 2013 gestiegen. Diese Entwicklung sorgt bei Anlegern für Unruhe – denn die Zinsen bleiben weiterhin niedrig. Mit den passenden Anlageprodukten können Investoren der Inflation aber trotzen

Wer wissen will, was Geldentwertung bedeutet, sollte nach Venezuela reisen. In manchen Geschäften zählen die Kassierer die Scheine der Kunden nicht mehr, sondern legen sie auf die Waage. In dem südamerikanischen Land herrscht Hyperinflation: Die Geldentwertung schreitet rasant voran, Waren des täglichen Bedarfs werden immer teurer. Im vergangenen Jahr lag die Inflationsrate bei rund 800 Prozent. Im Dezember sah sich der Staat gezwungen, Geldscheine mit höherem Nennwert auszugeben. Die bis dato teuerste Note – der 100-Bolívares-Schein – war schon damals nicht einmal mehr 10 Euro wert.

Von solchen Verhältnissen ist Deutschland weit entfernt. Dennoch sorgten zuletzt Meldungen für Unruhe, wonach die Inflation im Jahresvergleich gestiegen sei: im Januar auf 1,9, im Februar gar auf 2,2 Prozent. Anleger sind beunruhigt: Denn während die Preise anziehen, verharren die Zinsen auf historisch niedrigem Niveau. Wer sein Geld festverzinslich angelegt hat, erleidet bei zunehmender Inflation reale Verluste. Mit der passenden Anlagestrategie lässt sich diese Gefahr jedoch verringern.

Inflation war lange Zeit überhaupt kein Thema in Deutschland und im Rest Europas. Zwischen 2014 und 2016 war die Teuerungsrate mit Werten zwischen 0,3 und 0,9 Prozent extrem niedrig. Zwischenzeitlich sanken die Preise sogar. Die Angst vor Deflation ging um – einem allgemeinen und anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen. Ursache hierfür waren vor allem sehr niedrige Energiepreise: Öl, Gas und Benzin machen einen großen Teil des Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts aus. Als die Energiepreise in den vergangenen zwei Jahren immer tiefer sanken, machte sich das auch in dem Warenkorb bemerkbar, aus dem der Index errechnet wird. Sie sind auch einer der Hauptgründe für den gegenwärtigen Anstieg der Inflationsrate. „Im Jahresvergleich hat sich der Ölpreis zuletzt wieder stark nach oben bewegt“, sagt Felix Müller, Direktor Produktmanagement Investment und Chefanalyst bei Swiss Life Deutschland. Anfang 2016 sank der Preis für ein Fass Rohöl auf 28,50 US-Dollar, nachdem er 2014 zeitweise noch bei mehr als 100 US-Dollar gelegen hatte. Inzwischen kostet es wieder mehr als 55 US-Dollar. Beim derzeitigen starken Inflationsanstieg könnte es sich also um einen temporären Effekt handeln. „Eine klare Prognose zur Inflationsentwicklung lässt sich nicht treffen“, sagt Müller.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat für die Eurozone ein Inflationsziel von zwei Prozent ausgegeben. Mit der aktuellen Steigerungsrate liegt Deutschland also im Soll. Doch wird es dabei bleiben? Nahrungsmittel kosten zurzeit 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Zudem wird die deutsche Wirtschaft dieses Jahr Prognosen zufolge zwischen 1,5 und 2,0 Prozent wachsen, das Geschäft der Unternehmen läuft prächtig. Kräftige Lohnsteigerungen sind zwar nicht in Sicht. Dennoch dürfte die Inflation mittel- bis langfristig weiter anziehen.

Hinzu kommt, dass die EZB die Situation in 19 Ländern im Blick haben muss. Deutschland trägt etwa ein Drittel zur Preisentwicklung der gesamten Eurozone bei. Die Inflation hierzulande muss besonders kräftig steigen, um die niedrigen Werte in den südlichen Ländern auszugleichen. Ein Gegensteuern der Währungshüter ist in nächster Zeit somit nicht zu erwarten.

Seit Beginn der Finanzkrise vor neun Jahren hat die Notenbank den Leitzins von mehr als vier auf mittlerweile null Prozent gesenkt. Banken müssen auf ihre Einlagen sogar Strafzinsen zahlen. Seit zwei Jahren kauft die EZB Staatsanleihen und mittlerweile auch Unternehmensanleihen in den Euroländern auf, um die Zinsen weiter zu drücken. „Sinn der Niedrigzinsen und des Inflationsziels ist es letztlich, die Schulden der europäischen Staaten abzubauen“, sagt Müller. Am aktuellen Szenario dürfte sich in den kommenden Monaten, vielleicht sogar Jahren also nicht viel ändern.

Verlustgeschäfte mit Tagesgeld

Tagesgeldzinsen und Verbraucherpreisindex, in Prozent p.a.

Die Deutschen stehen damit vor einem Dilemma – egal, ob die Inflation in den kommenden Monaten schnell steigt oder moderat. Viele legen ihr Geld konservativ an, horten es auf dem Sparbuch, auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Das drückt auf die Rendite: Zum einen erhalten sie keine nennenswerten Zinsen für ihr Erspartes. Zum anderen verliert ihr Geld durch die Inflation an Wert, die Kaufkraft sinkt. Anleger haben verschiedene Möglichkeiten, auf den Anstieg der Teuerung zu reagieren. „Grundsätzlich eignen sich Investitionen in Sachwerte – also Aktien, Aktienfonds und Immobilien – als Mittel gegen die Inflation“, sagt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Der Investition steht ein realer Wert gegenüber, der auch bei extrem schnell steigenden Preisen erhalten bleibt. Auch inflationsindexierte Anleihen oder Absolute-Return-Strategien, die versuchen, in jeder Marktlage positive Erträge zu generieren, können für manche Anleger interessant sein. „In jedem Fall empfiehlt sich eine breite Streuung über unterschiedliche Produktklassen und Laufzeiten“, so Scherfling. Die optimale Aufteilung eines Portfolios sei indes sehr individuell und hänge von Zeithorizont, Anlagebetrag und der Risikoneigung eines Investors ab.

Ein Blick zurück zeigt, dass sich vor allem Aktien in der Anfangszeit steigender Inflation stets gut entwickelt haben. Das gilt besonders für sogenannte zyklische Aktien, also Titel von Unternehmen mit stark konjunkturabhängigem Geschäftsmodell – zum Beispiel Autohersteller oder Fluggesellschaften. Um sich beim Kauf von Aktien breit aufzustellen, eignen sich Investmentfonds: Sie investieren teils weltweit in Unternehmen mit stabilem Geschäftsmodell und guten Wachstumsaussichten. Auf Marktentwicklungen können aktive Fondsmanager schnell reagieren. „Den obligatorischen Notgroschen sollten Anleger auf dem Tagesgeldkonto behalten. Aber im aktuellen Umfeld geht es nicht ohne Aktien“, sagt Müller. Sogenannte Mischfonds oder fondsgebundene Vermögensverwaltungen, die in verschiedene Anlageklassen investieren, eignen sich für die meisten Anleger: Je nach Risikoneigung und Zeithorizont können Käufer Produkte mit hohem, ausgewogenem oder niedrigem Aktienanteil wählen. Als Grundregel gilt: Je länger der Anlagehorizont ist, desto höher darf – und sollte – die Aktienquote im Portfolio sein. Solche Investments sind übrigens nicht nur etwas für gut Betuchte. „Für Kleinanleger gibt es Lösungen schon ab 25 Euro im Monat“, sagt Müller. „Gerade bei einem relativ hohen Kursniveau wie jetzt empfiehlt es sich, sein Investment über einen gewissen Zeitraum zu strecken und Kursrückgänge für günstige Zukäufe zu nutzen.“

Immobilien eignen sich ebenfalls, um Geld in Zeiten steigender Inflation und niedriger Zinsen gewinnbringend anzulegen: Sie werfen regelmäßige Erträge ab und bringen im Optimalfall auskömmliche Renditen ein. Anleger können entweder direkt in Immobilien investieren oder offene beziehungsweise geschlossene Immobilienfonds kaufen – und so der Inflation ein Schnippchen schlagen.

Von Annika Janssen


„Vor ein paar Jahren habe ich beschlossen, gezielt etwas für meine Altersvorsorge zu tun. Mein Berater empfahl mir AKTIENFONDS und MISCHFONDS MIT EINEM HOHEN AKTIENANTEIL. Von reinen Anleihenfonds hat er abgeraten, weil die angesichts der Niedrigzinsen künftig nicht viel abwerfen. Ich habe einmalig investiert und mehrere Sparpläne abgeschlossen. Ein- bis zweimal im Jahr überprüfe ich gemeinsam mit meinem Berater, ob die Mischung noch stimmt. Mittlerweile habe ich eine ordentliche Summe angespart, die bis zu meiner Pensionierung hoffentlich weiter so erfreulich wächst.“
MARTIN RICHTER (40), aus Hannover


„Unser Geld muss sicher angelegt sein. Schließlich soll es unseren Lebensunterhalt in den kommenden Jahren decken. Vor zwei Jahren haben wir unsere Sanitär- und Heizungsfirma aufgegeben. Einen Teil unserer Ersparnisse haben wir auf Empfehlung unseres Beraters in einen OFFENEN IMMOBILIENFONDS umgeschichtet, der vor allem in inländische Wohnobjekte investiert. Der Fonds bringt mehr Rendite als festverzinsliche Anlagen, ist aber verhältnismäßig risikoarm. Jeden Sommer erhalten wir eine Ausschüttung, aus der wir laufende Ausgaben bezahlen, zum Beispiel die Prämie für unsere Autoversicherung.“
KERSTIN (53) und GEORG BOLZ (66),
aus Hagen


„Ich kenne mich in Finanzfragen aus und beschäftige mich sehr intensiv mit dem Thema. Deshalb habe ich mir in Oldenburg eine VERMIETETE WOHNUNG als Rentenbaustein gekauft. So bin ich vor Inflation sicher und profitiere von staatlichen Zuschüssen für die energieeffiziente Optimierung sowie zusätzlichen Steuervorteilen wegen des Denkmalschutzes. Von der Qualität und dem Preis-Leistungs-Verhältnis der Wohnung bin ich begeistert. Oldenburg ist wirtschaftlich stark und wächst überproportional. Ich bin überzeugt, auf Dauer eine sichere Miete und eine gute Wertsteigerung erzielen zu können.“
STEFAN HIRTZ (48), aus Essen


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Mit Anlagen in Investmentfonds und/oder fondsgebundenen Sparplänen/Versicherungen ist die Chance der Erzielung höherer Kapitalmarktrenditen ebenso verbunden wie das erhöhte Risiko des Verlustes eingezahlter Summen/Beiträge. Die aufgeführten Angaben dienen lediglich zu Informationszwecken. Sie begründen weder ein Angebot noch eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen, zur Durchführung von Transaktionen oder zum Abschluss von anderen Rechtsgeschäften. Die Chancen und Risiken zu einzelnen Investmentfonds entnehmen Sie bitte stets den „Wesentlichen Anlegerinformationen“ vor Ihrer Anlageentscheidung. Diese erhalten Sie auf der Homepage des jeweiligen Produktanbieters.